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Die Therme produziert jetzt eigenen Strom

Neue Kraft-Wärme-Koppelungsanlage in Betrieb genommen − Sie sorgt für fast 50 Prozent des Strombedarfs

Neue Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

     Foto: Passauer Neue Presse

Beschreibung

Quelle: Passauer Neue Presse, 16.Mai 2012 - Von Tanja Rometta

Bad Griesbach. Die Wohlfühltherme spart ab sofort eine Menge Energiekosten ein: Eine neue Kraft Wärme-Koppelungsanlage (KWK) läuft seit dieser Woche, und die produziert mit 1 192 800 Kilowattstunden pro Jahr rund 48 Prozent des jährlichen Strombedarfs der Therme. „Eine Anschaffung, die nicht unbedeutend ist für uns“, erklärt Werkleiter Dieter Lustinger − „schließlich sind die Energiekosten neben den Personalkosten der größte Brocken, den die Therme finanziell zu stemmen hat“, weiß Hans Danner, der auch Mitglied im Zweckverband Bad Griesbach ist.

Geplant war der Einbau so einer Anlage schon Mitte der 90er Jahre, weshalb auch ein extra Raum dafür geschaffen wurde. „Doch die wirtschaftlichen Bedingungen waren lange nicht günstig, weshalb man erst jetzt die KWK-Anlage umsetzen konnte“, erinnert sich Lustinger. Das Haus ist 35 Jahre alt, da seien Investitionen in die Erhaltung immer nötig, auch um die Technik auf den Stand der Zeit zu halten, weiß Danner. „Wir schauen immer,was man verbessern kann, und wollten auf jeden Fall unsere hohen Energiekosten senken. Jetzt passen die Voraussetzungen für eine solche Anlage“, sagt Lustinger.

Wie genau das funktioniert, erklärt Lothar Schramm, Geschäftsführer der Haydn Energie Consult aus Passau, die beauftragt wurde: „Mit einem Motor wird Wärme und Strom erzeugt, in der Therme ist es ein Gasmotor. Vor einigen Jahren gab es den Hype rund ums Palmöl, aber da haben sich die Kosten drastisch geändert. Gut, dass man auf diesen Zug nicht aufgesprungen ist“, weiß der Geschäftsführer. Die KWK-Anlage sei nachhaltig und langfristig energieeffizient − und passe genau zu den Faktoren, die die Therme mitbringt: Der Wärmebedarf ist das ganze Jahr über hoch und dadurch die Laufzeit sehr lang, der Erdgaspreis ist momentan niedrig, der Strompreis dagegen extrem gestiegen. Und die passenden Räumlichkeiten gab es auch schon.

„Vor allem die hohen Stromkosten sind ein Posten, den wir im Griff haben wollten. Die Preisentwicklung hängt von so vielen Faktoren ab und ist so unsicher“, sagt Werkleiter Lustinger dazu. Rund 600 000 Euro Energiekosten hat die Wohlfühltherme pro Jahr. „Das heiße Wasser ist für uns natürlich wertvoll, muss aber aufbereitet und zugeheizt werden, zum Beispiel in den Außenbecken.“

Auch andere Methoden wurden ins Auge gefasst: Solaranlagen, die aber die geforderte Wassertemperatur nicht sichern würden, und auch Photovoltaikanlagen, die aber im Kurgebiet laut Bebauungsplan nicht erlaubt seien.

Gearbeitet wird an der KWK-Anlage, in die netto 278 580 Euro investiert wurden, seit Januar, jetzt ist sie in Betrieb gegangen. Der Transport der zwei Tonnen schweren Anlage, die den 140 kw-Gasmotor (elektrisch)  hinter schalldämmenden blauen Türen verbirgt, war nicht ganz einfach: Von der Tiefgarage aus geht es fünf Stufen hinunter in den Raum, und dahin musste der Kasten erst einmal bugsiert werden, erklärt der Passauer Heizungsbauer Oswald Eschrich, der die Anlage eingebaut hat. „Aber durch die Zusammenarbeit einiger örtlicher Firmen hat es reibungslos geklappt.“


 

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